Objekt

Umbau und Renovation, Unionsgasse 4. 2502 Biel (BE)

Bauherrschaft

privat

Nutzung/ Raumprogramm

Ladennutzung im Erdgeschoss

Wohnnutzung in den beiden Obergeschossen 

Planung/ Ausführung

2017-2018

 

Als Teil der denkmalgeschützten Wohnhauszeile, erbaut zwischen 1889 und 1913 bildet das Wohnhaus Unionsgasse 4 den östlichen Abschluss des idyllischen, baumbepflanzten Brunnenplatzes und formuliert mit den übrigen platzrahmenden Gebäuden ein bedeutendes historisches Ensemble im Zentrum von Biel.

 

Im Vordergrund der baulichen Massnahmen Stand der Erhalt sowie die Instandsetzung der denkmalgeschützten Bausubstanz.

 

Die ursprünglichen Lukarnen, wie Sie heute noch am gegenüberliegenden Gebäude Industriegasse 3 vorhanden sind, wurden bereits vor Jahrzehnten ersetzt. Ihre Form und Materialisierung wich sehr stark von den Originalen ab. Die Neuinterpretation der historischen Lukarnen orientiert sich vor allem an den Proportionen der ursprünglichen Lukarnen, ihre Vertikalität gibt dem Mansarddach seine Präsenz im Stadtraum zurück. Die Materialisierung in Titanzink ist ebenfalls eine Antwort auf den historischen Kontext. Die Veränderungen der Oberfläche durch die Witterung, vor allem im Glanzgrad werden die neuen Bauteile über die Zeit optisch immer mehr mit den historischen Teilen der Fassade verbinden.

 

Der neu angefügt Balkon wurde im Gegensatz zu den Lukarnen historisierend, gemäss den Balkonen der Nachbargebäude, gebaut und es scheint als wäre er immer schon Teil der historischen Häuserzeile gewesen.

 

Die Erdgeschossnutzung um 1900, eine Brasserie öffnete sich ursprünglich mit grossen Verglasungen zum Brunnenplatz. Später wurde das Erdgeschoss als Uhrenwerkstatt genutzt, die Fensteröffnungen wurden auf diese neue Nutzung hin optimiert, eine Brüstung wurde eingefügt und kleinteilige, für die Uhrenateliers typischen Fenster wurden eingebaut. Um der aktuellen Nutzung als Laden im Erdgeschoss gerecht zu werden und den Verkaufsraum maximal zum Brunnenplatz zu öffnen sollen die neuen Fenster im Erdgeschoss dem ursprünglichen Erscheinungsbild wieder sehr nahe kommen. Schiebeholzfenster mit sehr schlanken Profilen entsprechen in ihrer Einteilung den historischen Fenstern der Brasserie und bieten zusätzlich den Komfort der natürlichen Belüftung.

 

Die Wohnungen im 1. Obergeschoss und im Mansardgeschoss wurden weitgehend in Ihrer Struktur erhalten, wo vorhanden und möglich wurden die Originaloberflächen aufgefrischt und ergänzt.